gps
- Stimmt die Einstellung? -
Flyaway durch ungenaue Einstellungen in der NAZA?

Verfasst von Günther Grund, Berlin, am 14.11.2015

Hallöchen,

das Folgende beruht auf eigenen Beobachtungen, soll nicht verallgemeinert werden, sondern nur als Denkanregung dienen. Außerdem wird es wohl nur Kopter betreffen, die nicht RTF sind, sondern aus Bausätzen oder selbst ausgewählten Teilen zusammengebaut wurde, sodass zum Schluss eine NAZA M-V2 oder NAZA M-lite verbaut wurde, die zum Schluss über den Assistant eingestellt werden muss.

Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass der Begriff Flyaway (FA) entstanden ist, weil unzählige Piloten von unerklärlichen Abstürzen oder Fortflügen berichteten. Diese Berichte stammten zum größten Teil von unerfahrenen Piloten, die meistens im GPS-Modus flogen.

Aus meiner Sicht ist dieser Modus der sensibelste Einstellbereich der NAZA, da hier wirklich genaueste Einstellungen vorgenommen werden müssen, damit die NAZA zuverlässig arbeiten kann.

Ich selbst habe auch Fehler gemacht, aber dank einer korrekten Einstellung bin ich nie abgestürzt oder dergleichen, sondern die NAZA hat auf meine Fehler hin so funktioniert wie es vorgesehen war.

Das heißt, es ist schon sehr merkwürdig, wenn oftmals Anfänger im GPS-Modus fliegen und bei Zwischenfällen die Schuld der NAZA zuweisen, anstatt an sich selber zu zweifeln. Es gibt weder den perfekten Profi und schon garnicht den perfekten Anfänger, der mit seiner Diagnose, die NAZA hätte gesponnen, den Durchblick hätte. Lasst die NAZA in Ruhe. Die funktioniert. Sucht den Fehler bei euch oder euren inkorrekten Einstellungen im Assistant.

Meine Überlegungen sind nun wie folgt:

Im Assistant kann man sich den 3-Stufenschalter einrichten. Dazu ist es notwendig, dass man in sein Sendermenü geht und die 3 Schaltzustände, z.B. GPS – Attitude – Failsafe (oder Manuel), exakt positioniert.

Das heißt nicht, dass der Zeiger irgendwo im blauen Feld stehen soll, aber auch nicht unbedingt mittig, sondern so, dass der linke und rechte Abstand zu den Nachbarfeldern dadurch gleichmäßig erreicht wird, indem man z.B. 3x nach rechts und links den sendereigenen Taster zum Verschieben des Zeigers drückt (piep piep piep), und beobachtet, wann das Nachbarfeld die Farbe wechselt.

Beispiel also:

3x Klick rechts und links – Nachbarfeld wechselt von weiß nach blau. Das wäre korrekt.

Ein mittiges Ausrichten des Zeigers gegenüber dem blauen Feld heißt nicht, dass diese Position klickmäßig betrachtet richtig wäre. Denn daraus können sich ganz andere Klickabstände zum Nachbarfeld ergeben, z.B. 2x Klick rechts und 4x Klick links.

Auch wenn nun der Zeiger nicht mittig stünde, wäre das unwichtig. Wichtig ist, wann genau das Nachbarfeld die Farbe wechselt. Und das muss nach beiden Seiten die selbe Anzahl von Klicks passieren.

Schon vor einiger Zeit überlegte ich, ob denn Befehle und Einstellungen, die ich am Boden oder zu Hause auf dem Tisch vornahm, auch später auf der Wiese oder in der Luft exakt so übernommen werden. Ich denke nicht.

Das bestätigte sich auch bei meinem letzten Experiment. Ich wollte, dass sich der Kopter ohne Knüppelbewegung langsam auf der Stelle dreht. Das machte er, nachdem ich 10x den Trimmhebel für die Hochachse drückte, und das geschah in nächster Nähe.

In ca. 20 m Höhe und 100 m Entfernung reichten aber diese 10x Drücken nicht. Der Kopter drehte zwar anfangs, aber blieb dann stehen, sodass ich ein 11. Mal den Trimmhebel betätigen musste.

Ich sah also, dass die Entfernung eine Rolle spielt und diese entscheiden kann, ob ein Befehl ausgeführt wird oder nicht.

Ein winziger Klick an der Trimmung ist eine minimale Lenkkorrektur, die man unter Umständen an einem Servo im Flugzeug kaum erkennen könnte und die auch kaum eine Änderung am Flugverhalten des Modells erzielen würde.

Die NAZA aber reagiert darauf ziemlich deutlich.

Für mich steht fest, dass Einstellungen am Boden nicht unbedingt die selben wie in der Luft sind/bleiben.

Vor diesem Hintergrund nehme ich also stark an, dass die im Assistant ungenau vorgenommenen Einstellungen sich in der Luft zu einem großen Nachteil entpuppen können. Dann nämlich, wenn die NAZA von einem Modus in den anderen rutscht, ohne dass man den 3-Stufenschalter betätigt hätte. Was also zu Hause noch gut aussah, sieht in 300 m Entfernung weniger danach aus.

Und so kann ich mir gut vorstellen, warum die Kopter von Anfängern unkontrollierte Bewegungen machen, die nach „Störungen“ aussehen. Eben noch im GPS-Modus und plötzlich im Atti- oder gar Manuel-Modus. Damit wäre auch erklärt, wenn es heißt „Der Kopter kippte zur Seite, behielt seine Schräglage bei und schlug dann im Acker ein.“
Das war dann der Manuel-Modus.

Bei all den anderen Vorfällen könnte es ähnlich abgelaufen sein. Anfänger wartet das Abspeichern des Homepoints nicht ab, NAZA schaltet in der Luft durch die ungenaue Einstellung von GPS auf Failsafe und ab geht die Post zum zuletzt abgespeicherten Homepoint.

Ob's stimmt … ich weiß es nicht.

Aber ganz sicher sollte sich jeder im Zweifel nochmals seine Einstellungen ansehen und korrigieren und abwarten bis die Blinkfolge der NAZA abgeschlossen ist.

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